Tinnitus

Das Klingeln der Ohren und wie man dagegen vor geht

Tinnitus ist ein in unserer Gesellschaft sehr stark verbreitetes Leiden: Es wird geschätzt, dass in Europa gut 15 Prozent der Bevölkerung von Ohrgeräuschen betroffen sind. Davon wiederum leiden rund drei Prozent unter sehr schweren Tinnitusformen.

Nach langer Zeit der Ratlosigkeit und der therapeutischen Misserfolge, zeigt sich für Tinnitus Geplagte heute erstmals eine reelle Chance, ihr Problem bewältigen zu können.

Dies geschieht vor allem aufgrund der Erkenntnis, dass es sich beim Tinnitus in den allermeisten Fällen weniger um ein organisches als vielmehr um ein Wahrnehmungsproblem handelt. Auf dieser Grundlage ist von amerikanischen Wissenschaftlern die „Tinnitus-Retraining-Therapie“ entwickelt worden – ein Behandlungsmodell, welches darauf ausgelegt ist, die störenden Geräusche „weg zu trainieren“.

Bei dieser Form der Therapie kommen kleine Hörsysteme zum Einsatz die ein eingestelltes Rauschen von sich geben. Mit Hilfe des Rauschens kann das eigene Geräusch in den Hintergrund trainiert werden und wird somit nicht mehr als störend wahrgenommen.

Was ist Tinnitus?
Unter Tinnitus versteht man Ohrgeräusche in Form von Läuten, Surren, Schleifen, Brummen,Zischen und vielen anderen akustischen Ausprägungen. Am häufigsten ist ein Pfeifen, das von den meisten Betroffenen auf dem linken Ohr wahrgenommen wird. Solche Geräusche treten vorübergehend oder permanent auf, in schwächerer oder stärkerer Form. In schweren Fällen kann Tinnitus bis zur Arbeitsunfähigkeit oder gar zur Invalidität führen.

Was sind die Ursachen?

Zu den häufigsten Ursachen eines Ohrgeräusches zählen Stress und Überlastung.
Eine weitere Ursache für einen Tinnitus ist eine kurzzeitige, starke Überstrapazierung des Gehörs – beispielsweise in Folge eines Rockkonzertes, einer Technoparty, aber auch durch Schießen ohne Gehörschutz, Knallkörper, Schreckschusspistolen etc.! Tinnitus kann außerdem mit einem hohen Blutdruck als Nebenwirkung von starken Medikamenten einhergehen oder nach einem Hörsturz auftreten. Ebenso sind funktionelle Störungen des Kiefergelenks möglich. Im Weiteren kann das Leiden auf seelische Belastungen oder eine Erkrankung des Mittelohrs zurückzuführen sein.

Wann zum Arzt?

Nehmen Sie erstmals auftretende Ohrgeräusche ernst und fragen Sie sich, was sie Ihnen sagen wollen. Ruhen sie sich aus! Wenn das ständige Pfeifen, Rauschen oder Summen nach ein bis drei Tagen nicht verschwunden ist, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen. Dieser wird die Beschwerden des Patienten erfassen, um mit ihm über die Ursachen und einer daraus abgeleiteten Therapie zu sprechen.

Treten die Ohrgeräusche danach weiterhin auf, bieten sich mehrere, oft kombinierte Behandlungsmethoden an. Diese besprechen Sie am besten mit ihrem HNO Arzt.